Schlafen

© 2021, 21 x 28 cm, 192 Seiten, 161 Fotografien


Eines, was dem westlichen Reisenden in den Ländern Süd- und Südostasiens beim Durchwandern der Städte auffällt, ist, dass man immer wieder Menschen sieht, die am Tag in der Öffentlichkeit schlafen. Sie tun dies ohne Scheu und an Orten und in Stellungen, die uns zum Schlafen völlig ungeeignet erscheinen. Auch verwunderlich ist, dass dies gesellschaftlich akzeptiert zu sein scheint und im Gegensatz zum Westen, sieht man dort diese Menschen nicht etwa als faul an, sondern man denkt eher, sie haben gearbeitet und sind jetzt müde.Warum soll man in einer Arbeitspause kein Nickerchen halten? Wenn die Person gebraucht wird, wird sie geweckt.
Sie schlafen auf der Straße, auf Bänken oder gar auf ihrem Motorrad, im Auto oder auf ihrer Rikshaw.
Es mag sein, dass der Weg nach Hause zu weit ist, oder dass es zuhause bei der Familie auf wenigen Quadratmetern so turbulent zugeht, dass an Schlaf nicht zu denken ist. So sucht man eher einen Platz, wo man für einige Zeit ruhen kann, jedoch bereit, wenn nötig, wieder in Aktion zu treten.
Oder aber es gibt kein Zuhause. Die Ärmsten leben auf der Straße, wo sie essen und schlafen und womöglich auch sterben.

Fremde

 

© 2015, 136 Seiten, 108 Fotografien

 

Die Zahl 108

108 ist eine heilige Zahl im hinduistischen und buddhistisch geprägten Kulturraum Asiens.

In der thailändischen Sprache steht die Zahl 108 für eine unvorstellbar große Anzahl von Dingen.

108 Perlen auf der Mala.

108 Namen haben die Hindugottheiten

108 Bände der gesammelten Lehren des Buddha.

 

floating

© 2013, 112 Seiten, zahlreiche Fotografien, Text: Eva Schestag

 

Reisen und fotografieren. Fotografieren und reisen. Im Falle von Jens Nagels wäre es schön, wenn man beides gleichzeitig in einem Wort sagen könnte, ohne einer der beiden Tätigkeiten dabei einen Vorrang oder eine Präferenz einzuräumen. Jens Nagels ist Fotograf und reist gerne, insbesondere nach Südostasien. Jens Nagels reist seit mehr als zehn Jahren immer wieder nach Südostasien und fotografiert – um auch unterwegs eine Aufgabe zu haben, sozusagen aus Langeweile. Er reist langsam, verweilt gerne an einem Ort, ehe er sich wieder aufmacht und weiter reist. Immer wieder zieht es ihn in diese fernen Länder Asiens, wo die Menschen freundlicher und froher sind, wo der Rhythmus des Lebens ein anderer ist, wo Müßiggang und Langeweile Voraussetzungen für die Erfahrung der Leere und des Nichts sind.

Und gerade das interessiert ihn als Mensch und als Fotograf. Er sucht nicht das Spektakuläre, die atemberaubenden Blicke, die Höhepunkte oder Attrakti- onen. Seine Langsamkeit erlaubt oder ermöglicht ihm das Kleine, das Alltägliche, Belanglose und Nebensächliche in seiner unscheinbaren und zurückhaltenden Schönheit zu sehen und in seinem klar strukturierten Rhythmus wahrzu- nehmen. An diesem Punkt ist der Buddhismus für ihn nicht abstrakt, sondern gelebte Philosophie.