TatortTatort

Jens Nagels hat Tatorte zum Sujet einer Reihe von großformatigen, mehrteiligen Fotoarbeiten gemacht. Aus dem schier unerschöpflichen Fundus der Fernsehbilder isoliert er Stills, hält flüchtige filmische Sequenzen fest, um sie anschließend künstlerisch zu bearbeiten. Er tut dies, indem er die Schärfe der einzelnen Bilder reduziert. Die bewusst gesteuerte Unschärfe lässt einen Effekt entstehen, der die Bildobjekte erscheinen weich lässt, mit atmosphärisch verschwimmenden Umrissen und wie durch einen Dunstschleier, wobei sich die Flächen ohne Härte der Konturen begegnen und durchdringen. Jegliche Körnung verschwindet, die Tonwerte und Farbübergänge sind fließend wie bei einem Fotogramm. Die malerische Wirkung dieser Bilder wird zudem hervorgerufen durch sinnliche Farbverläufe und eine kontrastreiche Farbbalance.
Es herrscht eine diffuse Atmosphäre, die das Geheimnisvolle und Suggestive des Dargestellten befördert. Das Geschehen spielt sich sowohl in öffentlichen wie privaten Räumen ab: Treppenhäuser, Hinterhöfe, Parkplätze und Unterführungen ebenso wie Schlafzimmer, Flure oder andere häusliche Interieurs. Die Darstellung in Ausschnitten lässt diese Orte eigenartig undefiniert, gleichsam als Unorte erscheinen, in denen die agierenden Menschen isoliert, verloren und bedroht wirken.
Es ist schwer auszumachen, was die Bilder zeigen, denn die Defokussierung verweigert dem Betrachter die genaue Information über das Abgebildete. Je näher man herangeht, desto mehr lösen sich die Flächen auf. Erst in der Distanz stellt sich eine gewisse Konturenschärfe ein und damit ein schemenhaftes Erkennen der Motive.

Barbara Heinrich

 

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